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Otto Dix > Über den Künstler


Otto Dix

Dix hatte ein Auge wie Picasso, scharf, durchdringend, unbestechlich, das die Menschen mit einem Röntgenblick in ihrer Gestalt, ihrem Charakter ergriff. Die andern ließ er nicht gerne an sich herankommen. Im Gespräch war er karg. Er stieß die Worte kurz und entschieden hervor, so wie er auch schrieb, in großen, eckigen Lettern, mit herrischem Duktus, in knappen Sätzen. Auf die Frage, inwieweit seine Bilder aus den zwanziger Jahren als Gesellschaftskritik aufzufassen seien, antwortete er ohne Umschweife: " Ich habe gemalt, was ich gesehen habe." Er war kein engagierter Künstler in dem Sinne, daß er die Welt verändern wollte. Im Gegenteil. Er war ein kühler Kommentator, ein unsentimentaler Chronist seiner Zeit. Über die Zeichnungen, in denen er als Soldat die Greuel des Krieges fixierte, sagte er einmal - so berichtet sein Biograph Fritz Löffler: "Es hat Spaß gemacht, in der langweiligen Viecherei zeichnen zu können. Das Starre, Unmenschliche muß man gesehen haben."

Er war, wie außer ihm zu seinen Lebzeiten nur noch Max Beckmann, immer auf der Jagd nach der Spezies Mensch, die er in all ihren Möglichkeiten, ihren Individualitäten, ihren Schicksalen zu ergründen suchte. Porträts wie das Bildnis seiner Eltern im Kunstmuseum Basel, die Bildnisse des Kunsthistorikers Paul Ferdinand Schmidt in der Staatsgalerie Stuttgart und des Kunsthändlers Alfred Flechtheim in der Nationalgalerie Berlin sowie das "Großstadt"-Triptychon von 1928 in der Galerie der Stadt Stuttgart - die bildnerische Bilanz einer ganzen Epoche - haben ihn zur bedeutendsten Erscheinung der veristischen Richtung der Neuen Sachlichkeit gemacht. Er malte nach zeichnerischen Entwürfen in einer altmeisterlichen Lasurtechnik, um einen möglichst hohen Grad von Objektivität zu erreichen.

Erst nach dem zweiten Weltkrieg wandte er sich einer pastosen Al-prima-Malerei zu, die sich in einer persönlichen Pinselschrift manifestiert und ihm eine spontane Unmittelbarkeit des Ausdrucks erlaubte.

Wilhelm Gall

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Galerie Bayer (1993)
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Letzte Änderung: 05.02.2007 | Copyright: Galerie Bayer GmbH

 

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